Grußwort
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren!
Chemnitz, im Herzen von Sachsen gelegen, ist der ideale Ort um 2011 den 7. Sächsischen Krebskongress auszurichten. Die Stadt ist eines der bedeutendsten Zentren der deutschen Industriekultur. Sie blickt auf eine 850-jährige Geschichte zurück, die geprägt ist vom Wechselspiel zwischen Historie und Moderne, Industrie und Kultur.
Chemnitz ist eine Keimzelle des sächsischen Wirtschaftswachstums der letzten Jahre. Als Teil der Metropolregion „Sachsendreieck“ entstanden seit 1995 in Chemnitz und der Region mehr als 7.000 neue Unternehmen. Autoliebhabern in ganz Deutschland ist die Region als traditionsreicher Standort des Automobilbaus und eines überregional bekannten Fahrzeugmuseum seit Jahren ein Begriff.
Als bevölkerungsreiche Region ist Chemnitz darüber hinaus bereits seit dem 14. Jahrhundert ein Zentrum der Medizin. Die historischen Wurzeln des Klinikums Chemnitz, welches heute mit rund 4.700 Mitarbeitern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist, reichen bis ins Jahr 1350. Mit seiner umfangreichen medizinhistorischen Sammlung bietet das Klinikum einen faszinierenden Einblick in die Entwicklung und die historischen Wurzeln der Medizin.
Das Engagement gegen Krebs und für die Sächsische Krebsgesellschaft e.V. hat in Chemnitz ebenfalls eine lange Tradition. Die Zahl der Krebsneuerkrankungen ist seit 1990 um fast 30% angestiegen. Jährlich erkranken ca. 450.000 Menschen in Deutschland neu an Krebs. Bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl der an Krebs erkrankten Menschen weltweit mehr als verdoppelt haben und unsere Gesellschaft vor neue große Herausforderungen stellen.
Trotz aller Anstrengungen werden jedoch Krebserkrankungen, die sich immer mehr zu einer chronischen Erkrankung entwickeln, gesundheitspolitischen oft noch vernachlässigt. Dabei haben Sie 2008 weltweit Kosten von 895 Milliarden Dollar verursacht. Die eigentlichen Behandlungskosten sind hier noch nicht einmal eingerechnet. Das Leid und die Schmerzen der Betroffenen und Angehörigen sowie die emotionalen Folgen der verlorenen Lebensjahre lassen sich darüber hinaus gar nicht quantifizieren.
Der 7. Sächsische Krebskongress setzt einen besonderen Schwerpunkt auf die Erhaltung der Lebensqualität, die Supportivtherapie in der Hämatologie, die Schmerztherapie sowie neue Methoden der Onkogenetik und Pharmakogenetik und die individuelle Therapie. Das in Sachsen vorbildlich organisierte Mammografie-Screening wird aktuelle Ergebnisse präsentieren; Krebsdiagnostik und Strahlentherapie runden die Themenpalette ab.
Die onkologische Landschaft in Sachsen hat deutschlandweit einen guten Ruf und ist sehr aktiv. Unsere Sächsische Krebsgesellschaft konnte sich zu einer der bedeutendsten in Deutschland entwickeln. Dies möchten wir gemeinsam mit Ihnen auch auf dem 7. Sächsischen Krebskongress erleben. Wir laden Sie deshalb herzlich dazu ein, sich aktiv und mit eigenen Beiträgen am wissenschaftlichen Programm zu beteiligen.
Dem Team der Sächsischen Krebsgesellschaft ist es eine große Freude, Sie in Chemnitz zu begrüßen und Ihnen neben einem interessanten und abwechslungsreichen Kongress auch die reizvollen Kontraste von Kunst, Industrie und Landschaft in Chemnitz näher zu bringen.
Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. med. Ursula G. Froster
Kongresspräsidentin
Sehr geehrte Gäste, sehr geehrte Damen und Herren,
Krebs gehört nach wie vor zu den Diagnosen, die im Leben Betroffener und ihrer Angehörigen eine tief greifende Zäsur bedeuten. Mit einer Krebserkrankung gehen vielfach der Bruch mit bisherigen Lebensgewohnheiten und die Neuorientierung der eigenen Lebensweise einher. Eine Krebsdiagnose zwingt zur Reflexion des eigenen Lebens. Ebenso wie zur Auseinandersetzung gestellter Lebensziele – leider häufig auch zu deren Korrektur.
Fast 1,5 Million Menschen leben heute in Deutschland mit der Krankheit. Damit ist diese Zahl in den vergangenen fünf Jahren gestiegen, trotz medizinischem Fortschritt und zunehmender Aufklärung. Wohl jeder kann Beispiele aus seiner Familie, seinem beruflichen und sozialen Umfeld nennen. Das muss uns mahnen, im Kampf gegen die Krankheit nicht nachzulassen.
Gerade auf lokaler und regionaler Ebene kann viel getan werden. Es gilt, vor Ort das Mögliche zu tun: Chemnitz arbeitet seit längerem an diesem Ziel – sowohl bei der Bekämpfung der Krankheit als auch bei der Verbesserung der Betreuung Betroffener.
So kann die Psychosoziale Beratungsstelle für Tumorpatienten im städtischen Gesundheitsamt auf eine über 50-jährige Geschichte zurückblicken. Patienten und Angehörige erhalten hier alle Informationen, die zur Erleichterung der Situation beitragen können, beispielsweise zu sozialrechtlichen Fragen oder Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung. Wichtiger ist aber ist häufig die konkrete psychosoziale Beratung. Gemeinsam mit der erkrankten Person werden Strategien zum Umgang mit der Krankheit entwickelt. Ziel der Einrichtung ist es, eine möglichst individuelle Betreuung zu schaffen – unabhängig davon, ob dies kurzfristig als Krisenintervention geschieht oder als langfristige Begleitung erkrankter Menschen.
Hervorheben möchte ich auch das Tumorzentrum Chemnitz, das sich für eine verbesserte Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Patienten einsetzt. Die Arbeit des Tumorzentrums ist geprägt vom Gedanken des Netzwerkes. Sei es bei der Intensivierung der Vorsorgebemühungen gemeinsam mit den hier niedergelassenen Hausärzten, bei der Erarbeitung von Diagnose- und Behandlungsplänen innerhalb entsprechender Arbeitskreise oder Trainingskursen für Ärzte und Pflegepersonal, um der psychischen Situation der Patienten besser gerecht zu werden. Die Einrichtung hat bereits eine Vielzahl von Maßnahmen und Hilfestellungen erarbeitet. Deren Stärke ergibt sich vor allem aus dieser Zusammenführung verschiedener Akteure auf dem Gebiet der Krebsbekämpfung.
Darüber hinaus nutzt die Stadt Möglichkeiten, um die Krankheit stärker in der öffentlichen Wahrnehmung zu verankern. Beispielsweise haben wir im vergangenen Jahr die Europäische Woche gegen den Krebs mit einem vielfältigen Veranstaltungs-, Informations- und Aufklärungsprogramm begangen. Verschiedene Partner – darunter auch die Sächsische Krebsgesellschaft – haben sich dabei gemeinsam für das Ziel der Bekämpfung von Krebs eingesetzt.
Vor diesem Hintergrund freue ich mich sehr, dass der 7. Sächsische Krebskongress in Chemnitz stattfindet. Er wird unseren Bemühungen vor Ort wichtige Impulse verleihen und das Netz aller Beteiligten in Sachsen enger und fester knüpfen.
Ich wünsche allen Teilnehmern konstruktive Gespräche, informative Veranstaltungen und viel Kraft für Ihre wichtige Aufgaben.
Ihre
Barbara Ludwig
Oberbürgermeisterin
7. Sächsischer Krebskongress